Nia - getanzte Lebensfreude

Nia ist ein ganzheitliches und gelenkschonendes Herz- Kreislauftraining, das zu einem besseren Körpergefühl, mehr Fitness und zu seelischer Ausgeglichenheit führen kann. Zu mitreissender Musik wird eine Stunde lang ein Mix aus Tanz, Kampfsport und Entspannungstechniken angeboten. Lockere Choreographien stehen im ständigen Wechsel mit Freedance Passagen. Nia ist für jede Altersgruppe, sowie für Frauen als auch für Männer gleicherweise geeignet.

"Wenn du in eine Nia-Class gehst, erlebst du ein sanftes, ganzheitliches Workout, das dir Stärke, Fitness und eine Empfindung von Harmonie und Schönheit gibt." (Ann Christiansen - internationale Nia Top Trainerin und Ausbildnerin)

 

Tauch in die Tiefe von Nia: 

Die  Zyklen einer Nia Class

 

Die 7 Phasen in Nia bilden gemeinsam den in sich geschlossenen Ablauf einer Nia Stunde. Jede dieser Phasen hat eine spezifische Aufgabe und bereitet die Grundlage für alles Folgende:

 

Zyklus 1:

Fokus und Absicht - "Worauf richten wir unsere Aufmerksamkeit?"  

In einer Nia-Stunde wählen wir einen Fokus und eine Absicht. Der Fokus beschreibt, worauf wir unsere Aufmerksamkeit richten. Beispiel: Der Fokus unserer heutigen Routine ist die Basis, unsere Füße und Beine sind die Verbindung zur Erde. Die Absicht ist, diese Aufmerksamkeit der Basis achtsam zu spüren, und dass sie unserem Körper eine Unterstützung und Grundlage in jeder Bewegung sind. In einer Nia-Stunde setzt der Nia Teacher diesen Fokus zu Beginn der Stunde. Jeder hat die Freiheit, diesen Fokus für seine eigenen Bedürfnisse anzupassen.

 

Zyklus 2:

Step in - "Kreiere deinen eigenen Raum für dein Nia Training"

Bereite dich physisch, geistig, emotional und seelisch auf die kommende Stunde vor, indem du bewusst eintrittst, dich zentrierst und für die folgenden Bewegungen einstimmst. Lasse alles, was dich ablenkt los - "remove distractions".

In dieser Phase hast du auch Zeit in dich rein zu spüren, wie gemäßigt oder intensiv du deine Bewegungen an diesem Tag angehen möchtest.

Zyklus 3:

Warm up - "Stimme dein Herz, deine Lunge und deine 13 Gelenke ein" In dieser Phase wird die Musik spürbar flotter, womit auch die Bewegungen schneller, intensiver und energievoller werden.

Mache dich mit deiner Körperwahrnehmung vertraut. Aktiviere bewusst den Energiefluss durch alle 13 Hauptgelenke, (links beginnend beim Fußgelenk, Knie, Hüfte, Schulter, Ellbogen, Handgelenk, Wirbelsäule, rechts über das Schultergelenk, Ellbogen, Handgelenk, Hüfte, Knie und schließlich wieder das rechte Fußgelenk. Deine Körperwärme wird gesteigert, deine Atmung intensiver. Nutze die Rückmeldungen, die du von deinem Körper erhälst, um die eigene Geschwindigkeit, Intensität und Größe der Bewegungen zu wählen.

Zyklus 4:

Steigerung - "Energetisiere deine Bewegungen bis zu deinem persönlichen Maximum"

Bewege dich durch den Raum mit gesteigerter Intensität. Kurze Freedance - Passagen laden dich dazu ein. Durch das variieren von Energien und Geschwindigkeiten wird das Nervensystem zur Aktivität angeregt. 

 

Zyklus 5:

Cool Down - "Beruhigen, Harmonisieren, Wieder-Zentrieren"

Verlangsame das Tempo, um dich erneut zu zentrieren und Körper, Geist und Seele zu harmonisieren. Bereite dich für Bewegungen auf dem Boden vor. Achte bewusst auf deinen Körper, der dir signalisiert, welche Muskeln und Gelenke mehr Aufmerksamkeit benötigen, um eine ganzheitliche Balance herzustellen. Die Musik verlangsamt sich spürbar, dein Herzschlag und deine Atmung werden wieder ruhiger.

 

Zyklus 6:

Floor Play - Your Play "Fitness auf dem Boden"

Nutze Spiel, Schwerkraft, den Boden, Raum, Zeit und Stimme, um den Körper zu stimulieren und Kraft und Flexibilität zu steigern. Die Wärme und Geschmeidigkeit des Körpers, die dir jetzt zur Verfügung steht, unterstützt dich beim Strecken und Dehnen deiner Muskeln und Öffnen,Schließen und Rotieren der Gelenke. Matten können helfen, um sich noch freier und entspannter zu bewegen.

 

Zyklus 7:

Step out - "Der Übergang zurück in den Tag"

Mit einem Step-Out schließt die Stunde ab, du trittst wieder bewusst in den Alltag ein, spürst nochmal kurz den Vorher - Nachher -Effekt. So kannst du einen Teil der Energie aus der Nia-Stunde mit in den Alltag nehmen - wie einen kleinen Schatz. 

Diese 7 Zyklen sind in jeder Routine enthalten. Routine wird die Stunde genannt mit der zusammengestellten Musik, dem Fokus und der Absicht und die dazupassende Choreographie. 

Die 9 Bewegungsformen in Nia 

 

Ziel der Integration unterschiedlicher Bewegungsenergien in Nia ist es, maskuline und feminine Elemente, präzise und fließende Bewegungen sowie Kraftvolles und Nachgiebiges im Gleichgewicht zu halten.

Es geht in Nia um das Erspüren der jeder Bewegungsform innewohnenden ganz eigenen Energie und Bewegungsqualität und nicht um die technisch perfekte Ausführung jeder einzelnen Disziplin. In der Nia-Stunde wird ein Gefühl für den Geist und die Besonderheit jeder Bewegungsform auf spielerische Art vermittelt. So wird der Körper angeregt, das ganze Bewegungspotenzial zu nutzen, das in jedem Menschen vorhanden ist. 

 

Die Tanzformen 

Jazz Dance

Jazz Dance ist eine Mischung aus afrikanischen, afro-amerikanischen, Modern Dance und klassischem Tanz. Wichtiges Merkmal des Jazz Dance ist die Isolation (d. h. das unabhängige Bewegen) einzelner Körperteile. Im Jazz Dance hat jeder Körperteil sein eigenes vom restlichen Körper unabhängiges Bewegungszentrum.

Duncan Dance

Duncan Dance befreit den Körper von der starren Haltung. Es betont natürliche, organische Bewegungen. Die ungehinderten, freien Bewegungen des Duncan Dance bringen einen kraftvollen, kindlichen Gefühlsausdruck hervor. Die Fußbewegungen von Duncan Dance wie Walzer, Polka oder rhytmisches Gehen, kräftigen die Beine, Füße und Fußgelenke. Relevé und Extensionen erzeugen natürliche Streckungen in Richtung Himmel. Durch das sanfte Öffnen der Fußgelenke und Oberschenkel erhält der Körper eine schöne und weiche Form. Die freien Bewegungen erzeugen eine bewegliche Wirbelsäule.

Modern Dance

Grundlegende Merkmale im Modern Dance sind die Verwendung der Gegensatzpaare von "Fallen und Aufrichten" oder "Zusammenziehen und Entspannen".

Modern Dance stellt in Nia die Bühne zur Verfügung, auf der wir eigene Improvisationen kreieren und zeigen können. Hier ist der Ort, um mit Formen und dem Raum zu spielen. Der Körper kann mit Gleichgewicht und Ungleichgewicht experimentieren. Das Erforschen und Erkunden von Bewegung entfacht die Vorstellungskraft. Auf emotionaler Ebene fördert diese Art der kreativen Erkundung den Mut, bekannte Wege zu verlassen und neue Dinge auszuprobieren.

 

Die Kampfkünste 

Tai Chi

Tai Chi (Tai Chi Chuan) ist ein traditionelles chinesisches System von Übungen, das auf der Philosophie des Tao, dem Yin und Yang beruht. Seine Form bilden fließende, harmonische Bewegungen, die auf langsame Weise - ohne Anstrengung - ausgeführt werden. Ziel ist eine Balance des Energieflusses im Körper.

In Nia finden wir viele Techniken und Prinzipien aus dem Tai Chi, z. B. die Verlagerung des Körpergewichts, das Aufsetzen mit der Ferse und das Ausdehnen der Aufmerksamkeit 360 Grad um uns herum.

Taekwon Do

Taekwon Do (Korea) bzw. Karate (Japan) sind dynamische Kampfkünste, die sich besonders durch Präzision und explosive Körperbewegungen auszeichnen. Arm und Beintechniken wie Blocks, Punches oder Kicks haben einen exakt definierten Start und Endpunkt. Die gesamte Bewegungsenergie wird dabei auf einen Punkt fokussiert, sei es die Faust, der Fußballen oder die Ferse. Um dies zu erreichen, ist für einen Bruchteil einer Sekunde eine sehr hohe koordinierte Anspannung des ganzen Körpers notwendig, die sich bis in die Fußsohlen und Fersen fortsetzt und dort die notwendige Stabilität und Erdung durch den Boden erhält.

Tae Kwon Do bringt das Kraftvolle in Nia hinein und lehrt uns, wie wir uns behaupten. Die Kicks, Punches, Blocks und die innere Haltung, die im Tae Kwon Do gelehrt wird, unterstützen uns in vielen Situationen, in einer Trainingsstunde wie im täglichen Leben.

Aikido

Aikido setzt sich aus den Silben "Ai" (bedeutet zusammentreffen oder auch Liebe), "Ki" (bedeutet Geist oder Energie) und "Do" (bedeutet der Weg) zusammen. Anders ausgedrückt: Aikido bedeutet "Weg der göttlichen Harmonie". Typisch im Aikido sind die kreisrunden und spiralförmigen Techniken, mit denen die Angriffsenergie des Gegners nutzbar gemacht wird und verstärkt auf den Angreifer zurückgeworfen werden.

Ein zentraler Gedanke im Aikido ist es, harmonisch mit der Energie in der Umgebung zu verschmelzen. Der Akt des Überwältigens eines Gegners wird im Aikido zur Kunst, in der es darum geht, den Gegner nicht zu verletzen und den Konflikt ohne Schaden zu lösen.

Viele dynamisch-spiralförmigen Bewegungen in Nia basieren auf der Bewegungsenergie von Aikido. 

 

Die Körpertherapien (oder körper-integrierende Bewegungsformen) 

Yoga

Yoga baut sich aus universellen, ethischen Prinzipien, persönlicher Disziplin, Yoga-Positionen, Atemtechniken, Wahrnehmung der Sinne, Konzentration des Geistes, Meditation und einer Verbindung zum Unendlichen auf. Yoga ist eine Wissenschaft und ein System zur Wiedergewinnung der Gesundheit. Es ist eine Kunst- und Bewegungsform, die seit Jahrhunderten zur Gesundheit und zum geistigen Wohlbefinden der Menschen beiträgt.

Yoga verbessert die sensorische Wahrnehmung und stärkt den Geist. Yoga ist die Bewegungsform in Nia, die die Beziehung zwischen den Knochen untereinander, die Verbindung zwischen Balance und angemessenem Kraftaufwand, zwischen Haltung und Wohlbefinden und zwischen Körper und Geist erfahrbar macht. 

Die Arbeit von Moshe Feldenkrais

Moshe Feldenkrais lehrte, dass die Konzentration auf den Körper und das Spüren des Körpers in Bewegung ein Weg ist, dauerhafte körperliche Veränderungen hervorzurufen, indem eingeübte Bewegungsmuster und Bewegungsgewohnheiten in Frage gestellt werden. Die Feldenkrais-Methode, ein spezielles Programm, das von gut ausgebildeten Therapeuten durchgeführt wird, "legt entweder die Hände an" oder gibt verbale Anleitungen, um den Körper umzuschulen und die Haltung zu verbessern.

Feldenkrais erinnert uns daran, dass wir uns ständig verändern und verbessern können und wir uns viel lebendiger fühlen können, wenn unser Körper ohne Anstrengung funktioniert. Wie in Nia, so ist auch hier die Leichtigkeit der Weg. Die Arbeit von Feldenkrais zeigt uns gute mentale und physische Gewohnheiten, die zu einer permanenten Veränderung in unserer Körperstruktur führen können.

 

Alexander-Technik

Die von F. Matthias Alexander geschaffene Technik ist eine hervorragende Methode, um stereotype körperliche Reaktionsmuster aufzulösen, die häufig in Zusammenhang mit der Bewegung und Lage des Kopfes liegen.

Die Alexander Technik wurde zur Grundlage, wie wir in Nia den Kopf bewegen. Der Kopf hat einen entscheidenden Einfluss darauf, in welcher Beziehung wir zu unserem Körper stehen. In Nia initiiert der Kopf die Bewegung des Körpers und fördert so ein natürlicheres Bewegungsmuster. 

 

Wenn du noch tiefer in die Theorie und in die Praxis eintauchen möchtest:

Die 13 Prinzipien in Nia

Prinzip 1:

Die Freude an der Bewegung

Freude ist die grundlegende Empfindung, die wir in allen Bewegungen in Nia suchen. Solltest du die Freude in einem Moment verlieren, verändere die Bewegung bis du wieder die positive Rückmeldung deines Körpers spüren kannst. 

 

Prinzip 2:

Natürliche Zeit und die Bewegungsformen

Alle Bewegungen in Nia werden in deinem persönlichen und natürlichen Zeitempfinden durchgeführt. Diese Bewegungen basieren auf den Energien und Strukturen aus neun grundlegenden Bewegungsformen.

Prinzip 3:

Musik und das "8-BC"-System

Musik ist ein wichtiger Bestandteil in Nia. Wir benutzen ein Takt-Zählsystem, das in 8er Zähleinheiten organisiert ist, um Bewegungen und Musik zu koordinieren und zu strukturieren. Die Musik in Nia beinhaltet verschiedenste musikalische Farben und Landschaften, mit denen die Bewegungen verbunden werden.

Prinzip 4:

Freedance (freier, unchoreographierter Tanz)

Alles ist erlaubt, bewegungsmäßig. Freedance ist der Bestandteil in Nia, der das Loslassen von Strukturen und Form ermöglicht. Freedance ist ein 8-stufiger Bewegungsprozess, der die eigene Kreativität fördert.

Prinzip 5:

Bewußtheit - durch das Leben tanzen

Durch Nia wird dir bewusst, dass jeder Moment und jede Lebenssituation ein Teil deines eigenen Tanzes durch das Leben ist. Jede Bewegung kann dazu benutzt werden, um Selbstheilung zu unterstützen. 

Prinzip 6:

Die Basis - die Füße und Beine

Deine Füße sind die Hände, die die Erde berühren. Durch deine Beine wird die Energie der Erde auf deinen ganzen Körper übertragen. Die Basis ist das Fundament jeder Bewegung.

Prinzip 7:

Die drei Bewegungsebenen und die drei Unterrichtslevel

Jede Bewegung in Nia kann in 3 Bewegungsebenen (tief, mittel, hoch) und 3 Intensitätslevel ausgeführt werden. Die Mischung dieser Ebenen und Level ermöglicht ein breites Spektrum an Bewegungsvariationen.

Prinzip 8:

Der Körperkern: Becken, Brustkorb und Kopf

Diese drei Körperschwerpunkte enthalten das emotionale Zentrum und die Energiezentren (Chakren). Die Verbindung zum eigenen Körperkern erhöht die Bewusstheit für den eigenen Energiefluss und schafft Möglichkeiten, um diesen Fluss zu harmonisieren und zu steigern.

Prinzip 9:

Die oberen Extremitäten: Arme, Hände und Finger

Die oberen Extremitäten haben die Fähigkeit zu heilen, zu berühren, Energie zu leiten und Verbindungen herzustellen. Sie sind die äußere Verlängerung deiner Gefühle und Gedanken und können ausdrucksvoll agieren.

Prinzip 10:

Röntgenbild-Anatomie

Wir üben in Nia die Fähigkeit, die eigene Anatomie der Knochen, Sehnen, Bänder und Muskeln zu erspüren sowie visuell und sensorisch wahrzunehmen. Die daraus gewonnenen Informationen nutzen wir, um Selbst-Heilung zu unterstützen und um unphysiologische Bewegungsmuster aufzulösen. 

Prinzip 11:

Strategie und Fitness-Erfolg

Auch der persönliche Fitness-Erfolg ist abhängig von einer weitsichtigen und überlegten Strategie, die das Setzen von persönlichen Zielen beinhaltet. Eine permanente Bereitschaft zur Veränderung und der Mut, eingefahrene Wege zu verlassen ist entscheidend für den eigenen gesundheitlichen Erfolg.

Prinzip 12:

Kontinuierliche Weiterbildung

Den eigenen Körper zu heilen ist ein lebenslanger Prozess. Jede Nia-Stunde bietet die Möglichkeit neuer Lernerfahrungen für Körper, Geist und Seele.

Prinzip 13:

Tanze, was du spürst

Nia spricht eine zentrale Einladung an dich aus: Lebe dein Leben durch Sinnesempfindung und Gefühl! 

Oder wenn du vielleicht sogar den white Belt bei Ann Christiansen absolvieren möchtest um danach selbst Stunden anzubieten, und dazu beitragen möchtest, dass du Menschen glücklich machst :) 

(Videos, Fotos und die Beschreibung der 13 Grundprinzipien, die 9 Bewegungsformen und die 7 Zyklen einer Nia-Class wurde freundlicherweise von Nia Technique/Jeff Stewart/ zur Verfügung gestellt. Weitere Quellen: Internet, Nia Art of Sensation (White Belt - learning book)

Videos von Ann Christiansen: freundlicherweise von Sören Peterson zur Verfügung gestellt. Danke ! )